Interview

Was für ein Roman ist Ihr erster Roman „Jackpot! Und alles wird anders“?

„Als ich im Sommer 2014 den Roman begann war ich selbst ziemlich frustriert von den Angeboten im Romanbereich. Sie schienen sich alle auf zwei Themen zu beschränken, die ich nicht weiter definieren möchte. Ich wollte also selbst einen Roman schreiben, der aus diesen Rollen herausfällt. Einen Roman, der leicht zu lesen ist und trotzdem nicht langweilig wird. Er sollte sich hervorragend für einen Tag im Liegestuhl eignen. Und im Winter die Erinnerungen der Sommermonate wach rufen. Und ich denke, dass mir das ganz gut gelungen ist.“

Sie haben auch bereits Ihren zweiten Roman veröffentlicht. Wie unterscheidet sich „Das Blumentattoo“ zum ersten Roman?

„Ich bin sehr stolz darauf, dass ich gleich zwei Romane in einem Jahr veröffentlicht habe. Allerdings hatte ich ‚Jackpot!‘ bereits im Sommer 2015 zu Ende geschrieben. Im Herbst habe ich dann mit der Arbeit zu ‚Das Blumentattoo‘ angefangen und habe ihn im Sommer 2016 beendet. Es war für mich eine sehr intensive Arbeit. In ‚Jackpot!‘ lag der Fokus (auch) auf der Reise von Alex durch Südeuropa. Im ‚Blumentattoo‘ geht es verstärkt um Emotionen. Zwei Fremde, mit schwieriger Vergangenheit, begegnen einander und verlieren sich in ihren Gemeinsamkeiten und ihren Unterschieden. Es war unfassbar spannend, die Charaktere zu entwickeln und ihren Geschichten auf den Grund zu gehen. Ich habe das Gefühl, bei der Arbeit am Roman auch viele selbst auferlegte Grenzen überschritten zu haben. Es war ein intensives Projekt und es ist ein wundervoller Roman geworden.“

Wie kommt man auf die Ideen für einen Roman?

„Bei ‚Jackpot! Und alles wird anders‘ gab es zwei Ideen, die ich miteinander verknüpft habe. Zum einen die Planung einer Reise, die ich ursprünglich mit meinem besten Freund antreten wollte. Zum anderen den Gedanken ‚was würde ich machen, wenn ich im Lotto gewänne‘? Es klingt immer so einfach, wenn man sich plötzlich um Geld keine Gedanken mehr machen muss, doch ich denke, dass es – wie im Roman – einen erst mal umhaut. Und die wenigsten wirklich leichtfertig mit einem solchen Gewinn umgehen könnten.

Bei dem ‚Blumentattoo‘ gab es eine Szene, die ich plötzlich im Kopf hatte. Eine junge Frau in Not, wird von einem Mann im Schnee gefunden. Ich hatte diese weiße Schneedecke im Garten vor Augen. Das Haus. Einfach die ganze Szene. Und dann war ich unzufrieden. Ich wollte keinen Paraderoman, in dem der Mann als Held die Frau rettet. Ich wollte es umdrehen. Um zu sehen was passiert. Also wurden Rosalie und Jonas in meinem Kopf geboren. Und ich begann darüber nachzudenken, wer sie sind, woher sie kommen, was sie in diese Situation gebracht hat und was passieren wird.“

Wie formen Sie Figuren und entstehen Situationen in einem Roman?

„Die meiste Arbeit an meinen Romanen findet in meinem Kopf statt. Nachdem sich der erste Plot entwickelt, lasse ich mir viel Zeit, den Figuren und der Geschichte Raum zu geben sich zu entwickeln. Obwohl zum Beispiel Alex im Roman ‚Jackpot!‘ einige Ähnlichkeit zu mir hat, hat sie sich doch schnell in eine andere Richtung entwickelt. Sie wurde zu einer Freundin, die ich gedanklich einen Schritt nach dem anderen machen ließ. Immer wieder habe ich dann überlegt, wie sie dies oder jenes tun würde. Wie sie sich entscheiden würde. Was ihr Freude machen würde oder was traurig.“

Wird es Fortsetzungen geben von Ihren Romanen?

„Nein, die wird es nicht geben. Ich finde, sowohl die Geschichte von Alexandra als auch die Geschichte von Rosalie und Jonas wurden in den Romanen zu Ende erzählt. Es sind in sich abgeschlossene Geschichten. Und ich halte nichts davon, diese in die Länge zu ziehen. Es gab mal die Idee, ein Crossover zu ‚Jackpot!‘ zu schreiben. Aber zur Zeit ist in der Richtung nichts geplant.“

Wo schreiben Sie am liebsten?

„Im Urlaub. Es braucht viel Zeit, sich in den Roman einzufinden und dann tatsächlich Zeile um Zeile zu schreiben. Das gelingt mir nur selten im Alltag. Aber ich genieße es sehr, die Urlaubstage mit meinen Romanfiguren zu verbringen und einfach zu schreiben. Am liebsten auf der Terrasse unseres Mobilheimes in Zeeland (Niederlande). Ich habe gerne Natur um mich. Dann kann ich einfach am besten abschalten und mich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren. Und dann fließen die Worte auch Zeile um Zeile.“

Sie haben Ihre Romane im Selbstpublishing-Verfahren veröffentlicht, warum?

„Nachdem ich meinen ersten Roman im Herbst 2015 einigen Verlagen zur Verfügung gestellt hatte, erhielt ich leider keine positiven Rückmeldungen. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, angesichts der Menge an Lesematerial, welches ihnen vorgelegt wird. Parallel hatte ich mich bereits mit dem Phänomen Selbstpublishing auseinander gesetzt. Anfang 2016 entschied ich mich dazu, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Mit Hilfe von Books on Demand habe ich dann meinen Roman veröffentlicht.

Im Nachhinein bin ich sogar sehr dankbar dafür. Ich bin immer am Puls der Zeit. Alles, was an Marketing ansteht, organisiere ich selbst. Und alles, was mit meinem Buch passiert, entscheide ich selbst. Das ist zwar viel Arbeit, aber ich bekomme auch unglaublich viele tolle Rückmeldungen. Ich habe das Gefühl, mehr im Kontakt mit meinen Leserinnen und Lesern zu sein. Ich erlebe, wie meine Romane auf große Begeisterung treffen und auch gerne weiterempfohlen werden.“